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Bezirk Nordwürttemberg
von Maintauber bis nach Böblingen.

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Lage

Der Bezirk Nordwürttemberg liegt im Nordosten Baden-Württembergs, umfasst 2 Stadt- sowie 11 Landkreise, und reicht von Maintauber bis nach Böblingen.

Mitglieder

Aus Nordwürttemberg sind 205 Fischereivereine Mitglied im LFVBW.

Ansprechpartner

Ihre Ansprechpartner finden Sie in der Adressliste des Bezirskvorstandes Nordwürttemberg.

Bezirksvorstand Nordwürttemberg

Hohenloher Fischereiverein Öhringen unterstützt Bekämpfungsaktion

Noch auf dem Bezirkstag Nordwürttemberg im November 2018 konnte Dr. Chris Chucholl in seinem Fachvortrag zur Situation der Krebsbestände aufzeigen, dass das Einzugsgebiet der oberen Ohrn im Grenzgebiet der Landkreise Schwäbisch Hall und Hohenlohe einen der besten Steinkrebsbestände des Landes Baden-Württemberg aufwies – bisher. Im September 2019 schlug daher die Meldung eines aufmerksamen Bürger wie eine Bombe beim Kreisvorsitzenden des LFVBW, Achim Megerle, ein, dass im Hauptgewässer mitten in diesem Verbreitungsgebiet, der Ohrn, am helllichten Tag Signalkrebse im Oberlauf gesichtet wurden. Die von der Naturschutz- und Fischereibehörde des Regierungspräsidium Stuttgart unverzüglich eingeleitete Überprüfung ergab, dass in der Ohrn nur noch Signalkrebse, aber keine Steinkrebse mehr anzutreffen waren. Eine darauf durchgeführte Bereusung sämtlicher im Umfeld befindlicher Teiche erbrachte das niederschmetternde Ergebnis, dass in einer Teichanlage ein Signalkrebsvorkommen vorhanden war, das sich von dort aus in die Ohrn ausgebreitet hatte. Benjaman Waldmann von der Naturschutzbehörde des RP Stuttgart handelte sofort und ordnete daraufhin das Ablassen der beiden betroffenen Teiche und die Entnahme der Signalkrebse an. Dies erfolgte in einer generalstabsmäßig angelegten Aktion, die federführend von der höheren Naturschutzbehörde geleitet wurde. Unterstützend war die Fischereibehörde des RP Stuttgart, die untere Naturschutz- und Wasserbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis, der Hohenloher Fischereiverein Öhringen, die Gemeinde Pfedelbach und das THW mit 3 Einsatzfahrzeugen vor Ort tätig. Auch die zuständige Veterinärin des Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart, Frau Dr. Nardy, war wegen der Krebspestproblematik anwesend. Um eine noch weitere Ausbreitung der Signalkrebse zu verhindern wurde das Wasser der beiden Teiche nicht einfach abgelassen, sondern abgepumpt und über angrenzende Wiesen verrieselt. Eingebaute Siebe sorgten dafür, dass keine Signaler angesaugt und entkommen konnten.

Das Ergebnis war niederschmetternd und zeigte wieder einmal deutlich auf, dass bereits wenige falsche Besatzkrebse in einem Teich genügen, um eine explosionsartige Ausbreitung zu starten und dass diese Aliens damit eine akute Gefahr für heimische Krebspopulationen darstellen. Insgesamt wurden ca. 1.500 Signalkrebse den beiden Teichen entnommen und verwertet. Aufgrund des Altersaufbaus war erkennbar, dass diese wohl vor ca. 5-6 Jahren mit wenigen Exemplaren dort angesiedelten worden waren und die sich, wie von dieser Art leider gewohnt, dann explosionsartig vermehrt und ausgebreitet hatten. Signalkrebse wandern aus geschlossenen Gewässern problemlos über Land ab, wenn die Populationsdichte im Teich zu hoch wird. Da sich diese Teiche nur wenige Meter von einem natürlichen Gewässer entfernt befinden erfolgte eine rasche Besiedelung dieser bis dahin unberührten Steinkrebsgewässer mit der Folge, dass deren Bestände sich dort ganz gravierend verringert haben.

Um wenigstens die Restpopulationen im Oberlauf der Ohrn und in den Seitenbächen zu schützen, wurden alle Gewässer auf ihr Krebsvorkommen hin untersucht und in den folgenden Wochen von der Gemeinde Pfedelbach nach einer Prioritätenliste Krebssperren errichtet, um eine weitere Ausbreitung der Signalkrebse zu verhindern. Verschwinden werden diese aus der Ohrn voraussichtlich nie wieder, da eine Bekämpfung aller Exemplare in der freien Natur unmöglich ist und nur mit einer Vergiftung des gesamten Gewässersystems zu erreichen wäre. Natürliche Freßfeinde haben nur juvenile Signalkrebse, größere Exemplare haben in der Forellenregion so gut wie keine Feinde, da Aal, Hecht und Wels als natürliche Feinde dort nicht oder kaum vorkommen. Aus anderen Gewässern ist bekannt, dass auch durch einen intensiven Fang mit Krebstellern oder Reusen ein Signalkrebsbestand nicht ausgerottet, sondern bestenfalls etwas zurückgedrängt werden kann, wie Dr. Chucholl in dem Heft "Artenschutz durch Krebssperren" zutreffend nachweist. Die einzig mögliche Profilaxe gegen ausländische, invasive Krebse ist die Prävention, d.h. die Verhinderung weiterer vorsätzlicher oder versehentlicher Freisetzungen. Der Besatz von gebietsfremden Flusskrebsen ist zwar durch die EU Verordnung zu invasiven Arten (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014) streng verboten und es bestehen darüber hinaus grundsätzliche Haltungs-, Zucht- und Handelsverbote für invasive Krebsarten, aber dennoch breiten sich diese, oft unbeabsichtigt durch Unkenntnis, immer weiter aus. Der Schutz von Steinkrebsgewässern durch Krebssperren ist in vielen Fällen machbar, bleibt aber dennoch grundsätzlich nur die zweitbeste Lösung. Wir Angler sollten daher durch Aufklärung in unseren Kreisen dazu beitragen, dass die Kenntnisse über die Krebse verbessert und die Gefährlichkeit der invasiven Krebsarten aus Amerika hinsichtlich der Krebspest und auf die Dominanz dieser Arten hingewiesen wird, so dass diese nicht mehr gutgläubig als "Flußkrebse" besetzt werden. Noch ist es für die Dohlen-, Edel- und Steinkrebsbestände nicht zu spät, aber es ist 1 Minute vor Zwölf!

Achim Megerle

Kreisvorsitzender Hohenlohekreis des LFVBW